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Freie Gelenkkörper und Chondromatose

Freie Knorpel- oder Knochenstücke im Ellenbogengelenk können Blockaden und Bewegungseinschränkungen verursachen. Bei einer Chondromatose entstehen Knorpelkörper in der Gelenkinnenhaut, die sich ablösen können. Wir beurteilen den Befund und besprechen mit Ihnen, ob eine Entfernung per Gelenkspiegelung sinnvoll ist.

Frau hält sich den schmerzenden Ellenbogen, das Ellenbogengelenk ist grafisch hervorgehoben

Auf einen Blick

  • Typische Beschwerden

    Plötzliche Gelenkblockaden, Einklemmungserscheinungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Ellenbogens.

  • Ursache

    Freie Gelenkkörper entstehen häufig bei einer Arthrose. Bei der Chondromatose bildet die Gelenkinnenhaut durch eine Fehlregulation zahlreiche Knorpelkörper.

  • Diagnose

    Weil die Körper oft nur aus Knorpel bestehen, sind sie im Röntgenbild leicht zu übersehen. Eine MRT ist deshalb in der Regel nötig.

  • Behandlung

    Arthroskopische Entfernung der freien Gelenkkörper, bei Chondromatose zusätzlich Teilentfernung der Gelenkinnenhaut. Bewegung ab dem ersten Tag.

Was sind freie Gelenkkörper?

Freie Gelenkkörper – umgangssprachlich auch „Gelenkmäuse“ – sind kleine Stücke aus Knorpel oder Knochen, die sich frei im Gelenk bewegen. Im Ellenbogen entstehen sie häufig im Rahmen einer Arthrose. Geraten sie zwischen die Gelenkflächen, klemmen sie ein: Das Gelenk blockiert plötzlich oder lässt sich nicht mehr vollständig bewegen.

Eine Sonderform ist die Chondromatose. Hier bildet die Gelenkinnenhaut (Synovia) aufgrund einer Fehlregulation zahlreiche Knorpelkörper – meist liegen deshalb viele freie Gelenkkörper gleichzeitig vor.

Ausführliche Informationen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Diagnose, Behandlung und Nachbehandlung.

Diagnose

Freie Gelenkkörper bestehen oft nur aus Knorpel. Knorpel ist im Röntgenbild nicht sichtbar, deshalb werden sie auf herkömmlichen Röntgenaufnahmen nicht selten übersehen. In der Regel ist daher eine MRT erforderlich, um die Gelenkkörper sicher nachzuweisen.

Konservative Behandlung

Ohne Operation lassen sich nur die Beschwerden lindern, die freien Gelenkkörper selbst bleiben im Gelenk. Dazu dienen entzündungshemmende Schmerzmittel und unterstützende Physiotherapie.

Operation

Per Gelenkspiegelung (Arthroskopie) entfernen wir die freien Gelenkkörper. Bei einer Chondromatose wird zusätzlich ein Teil der veränderten Gelenkinnenhaut entfernt (partielle Synovektomie). Der Eingriff verbessert die Beweglichkeit und beugt Einklemmungen und Gelenkblockaden vor.

Weil die Chondromatose auf einer Fehlregulation der Gelenkinnenhaut beruht, können sich im weiteren Verlauf erneut freie Gelenkkörper bilden.

Nachbehandlung

Nach der arthroskopischen Entfernung darf der Ellenbogen von Anfang an frei bewegt werden. Eine Ruhigstellung mit einer Schiene ist in der Regel nicht nötig.

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Prof. Dr. med. Peter Habermeyer und Prof. Dr. med. Gunther Sandmann