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Schulterschmerzen

Schulterschmerzen können durch Überlastung, Verschleiß, Entzündungen oder Verletzungen entstehen. Wir untersuchen Ihre Schulter, klären die Ursache Ihrer Beschwerden und besprechen mit Ihnen die passenden konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten.

Frau hält sich die schmerzende Schulter, das Schultergelenk ist grafisch hervorgehoben

Auf einen Blick

  • Typische Beschwerden

    Schmerzen im vorderen Bereich der Schulter, die in den Oberarm ausstrahlen können – vor allem beim seitlichen Anheben des Arms und häufig nachts.

  • Häufige Ursachen

    Engpass unter dem Schulterdach (Impingement), Kalkablagerungen, Veränderungen der Rotatorenmanschette sowie Entzündungen der langen Bizepssehne oder des Schleimbeutels.

  • Diagnose

    Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung, ergänzt durch Ultraschall, Röntgen und bei Bedarf eine MRT.

  • Behandlung

    Meist konservativ mit Schonung, Kühlung, entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen operative Verfahren in Frage.

So ist die Schulter aufgebaut

Das Schultergelenk ist zwar nicht das größte Gelenk des menschlichen Körpers, aber das beweglichste. Die enorme Beweglichkeit lässt sich auf die Bauweise zurückführen: Der kugelartige Gelenkkopf ist in eine flache Gelenkpfanne eingepasst.

Das Schultergelenk wird aus drei knöchernen Strukturen gebildet: Schulterblatt (Skapula), Schlüsselbein (Klavikula) und Oberarm (Humerus).

Ein ausgeklügelter Muskelapparat, die sogenannte Rotatorenmanschette, verbindet das Schulterblatt mit dem Oberarmkopf. Sie setzt sich aus vier Muskeln zusammen, deren Sehnen die Armbewegungen ermöglichen und gleichzeitig den Kopf in der Pfanne halten: M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. subscapularis und M. teres minor. Als fünfte Sehne verläuft die lange Bizepssehne direkt zwischen M. supraspinatus und M. subscapularis.

Ausführliche Informationen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose und Nachbehandlung.

Schulterschmerzen im Detail

Schmerzen in der Schulter gehören zu den häufigsten Gelenkbeschwerden. Der Bewegungsapparat der Schulter besteht aus vielen Sehnen, Bändern, Muskeln, Knochen und Schleimbeuteln, die auf engstem Raum zusammenwirken. Eine Störung in diesem Zusammenspiel kann verschiedene Ursachen haben. In einigen Fällen lässt sich der Grund der Beschwerden nicht genau ermitteln, etwa weil die Schmerzen von der Halswirbelsäule einstrahlen.

Schulterschmerzen entstehen meist unterhalb des Schulterdachs (Akromion) – des Knochens, der von außen ertastet werden kann. Durch einen Engpass zwischen Schulterdach und den Bändern, Muskeln und Sehnen kann es zu einem Impingement-Syndrom kommen: Der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf mit seinen Sehnen ist zu eng geworden. Die Schmerzen zeigen sich im vorderen Bereich der Schulter, strahlen in den Oberarm aus und treten vor allem beim seitlichen Anheben des Arms auf. Häufig nehmen sie nachts zu und können so stark werden, dass Betroffene davon aufwachen.

Schulterschmerzen können zudem durch Arthrose, eine Schultersteife oder eine akute Verletzung hervorgerufen werden. Im Folgenden geht es um Schmerzen direkt unter dem Schulterdach. Einen allgemein gültigen Verlauf gibt es nicht: Manchmal klingen die Beschwerden innerhalb von sechs Monaten ab, manchmal halten sie länger an.

Um die Beschwerden zu lindern, sollte die Schulter geschont und belastende Armbewegungen sollten vermieden werden. Akute Schmerzen lassen sich mit Kühlung und entzündungshemmenden Schmerzmitteln behandeln; bei starken Schmerzen kann eine Injektion mit Kortison helfen. Krankengymnastische Übungen stärken den Bewegungsapparat. In der Regel wirken diese konservativen Maßnahmen besser als ein operativer Eingriff.

Ursachen für den Schulterschmerz

Der Raum zwischen Schulterdach und Bewegungsapparat ist von Natur aus sehr begrenzt. Verschleiß, Knochenwucherungen oder Kalkablagerungen in der Sehne des Obergrätenmuskels (M. supraspinatus) können zu einem Engpass führen. Ebenso können ein entzündeter Schleimbeutel oder eine hakenförmig nach unten gekrümmte Form des Schulterdachs den Raum verengen. Auch Entzündungen oder Verschleiß der Sehnen, etwa durch eine schwache oder einseitig belastete Muskulatur, können Beschwerden verursachen.

Mit zunehmendem Alter lässt die Kraft der Rotatorenmuskeln nach. Dadurch kann der Oberarmkopf höher treten und den Raum unter dem Schulterdach einengen. Eine weitere häufige Ursache ist eine Entzündung oder ein Einriss der langen Bizepssehne, die ebenfalls durch diesen engen Raum verläuft.

Beim Anheben des Arms können Sehnen oder Schleimbeutel zwischen Oberarmkopf und Schulterdach eingeklemmt werden. Dennoch besteht kein direkter Zusammenhang zwischen sichtbaren Veränderungen und Schmerzen: Auffälligkeiten in der Bildgebung – etwa Kalkablagerungen, Verschleiß, Risse der Rotatorenmanschette oder Veränderungen an der Gelenklippe – führen nicht zwangsläufig zu Beschwerden.

Neben dem Impingement-Syndrom (Schulter-Engpass-Syndrom) werden die Kalkschulter und das Rotatorenmanschetten-Syndrom genannt. Heute werden diese Begriffe unter der Bezeichnung „subakromiales Schmerzsyndrom“ zusammengefasst – allgemein verständlich: Schmerzen unter dem Schulterdach. Welche Rolle Einklemmungen bei der Entstehung tatsächlich spielen, ist bis heute umstritten.

Risikofaktoren für Schulterschmerzen

Schulterschmerzen lassen sich oft auf Tätigkeiten zurückführen, bei denen viel über Kopf gearbeitet wird. Besonders betroffen sind zum Beispiel Elektriker, Maler, Lagerarbeiter und Schreiner.

Auch einige Sportarten erhöhen das Risiko, etwa Ballsportarten wie Basketball und Tennis oder Wurfsportarten wie Handball. Intensives Schwimmtraining im Kraul- oder Delfinstil kann ebenfalls zu Beschwerden führen.

Generell kann eine schwach ausgeprägte Schultermuskulatur Beschwerden verursachen. Die Beweglichkeit des Schultergelenks entsteht durch das Zusammenspiel von Bändern, Sehnen und Muskeln. Eine geschwächte Muskulatur oder eine vermehrte Gelenklaxität führt zu Instabilität: Der Oberarmkopf bewegt sich dann nicht mehr richtig in der Gelenkpfanne und kann auf die umliegenden Weichteile drücken.

Diagnose bei Schulterschmerzen

Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese). Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung werden Beweglichkeit, Kraft und Stabilität der Schulter getestet; dazu wird der Arm in unterschiedliche Positionen geführt. Zusammen mit einer Tastuntersuchung lässt sich eine erste klinische Diagnose stellen, und andere Ursachen – etwa in die Schulter ausstrahlende Nackenschmerzen oder eine Schultersteife (adhäsive Kapsulitis) – können ausgeschlossen werden.

Zur Bestätigung der Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Im Ultraschall lassen sich Risse der Rotatorenmanschette und Entzündungen des Schleimbeutels erkennen. Röntgenbilder zeigen knöcherne Veränderungen wie Arthrose und Kalkablagerungen. Eine MRT macht Schäden an den Weichteilen sichtbar.

Um fortgeleitete Schmerzen auszuschließen, zum Beispiel bei Nervenentzündungen oder Beschwerden der Halswirbelsäule (Schulter-Arm-Syndrom), ist oft zusätzlich eine neurologische Untersuchung sinnvoll.

Rehabilitation nach einer Operation an der Rotatorenmanschette

Nach einer Operation an der Schulter folgt mitunter eine längere Rehabilitation. Die ambulante Physiotherapie dauert in der Regel zwei bis drei Monate; die vollständige Beweglichkeit wird oft erst nach etwa sechs Monaten erreicht. Alle Maßnahmen werden an den Heilungsverlauf angepasst: Das Gelenk soll möglichst früh mobilisiert und zugleich die Einheilung der Sehnen geschützt werden.

Deshalb wird die Schulter nach der Operation für drei Wochen in einem gepolsterten Arm-Abduktionskissen ruhiggestellt, um die Naht zu schützen. Schwellungen und Schmerzen lassen sich mit Lymphdrainage und Kälteanwendungen lindern. Nach einem arthroskopischen Eingriff kann recht zügig mit der Rehabilitation begonnen werden – zunächst mit passiven Bewegungsübungen, später mit aktiven Dehn- und Kräftigungsübungen. Nach einer offenen Operation wird zunächst die Wundheilung abgewartet; in der Regel beginnen die passiven Übungen etwa zwei Wochen nach dem Eingriff.

Ab der sechsten Woche kommen aktive Übungen hinzu. Isometrische Übungen trainieren die Muskulatur, ohne die Naht zu belasten. Nach weiteren sechs Wochen beginnt die Kräftigung von Schultergürtel und Rotatorenmanschette, auch mit vorsichtigem Gerätetraining. Die Übungen helfen, den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zu zentrieren. Ziel ist, dass sich die Sehnen der Rotatorenmanschette wieder frei unter dem Schulterdach bewegen können.

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Prof. Dr. med. Peter Habermeyer und Prof. Dr. med. Gunther Sandmann