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Schleimbeutelentzündung der Schulter

Der Schleimbeutel unter dem Schulterdach unterstützt das Gleiten der Sehnen. Bei einer Entzündung kann die Schulter bei Bewegung und in Ruhe schmerzen. Wir klären die Ursache Ihrer Beschwerden und besprechen mit Ihnen die passende Behandlung. Dabei stehen konservative Therapien zunächst im Vordergrund.

Frau hält sich die schmerzende Schulter, das Schultergelenk ist grafisch hervorgehoben

Auf einen Blick

  • Typische Beschwerden

    Starke Schmerzen bei Bewegung und in Ruhe, eingeschränktes seitliches Anheben des Arms, manchmal Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Fieber.

  • Häufige Ursachen

    Überkopfarbeit und Ball- oder Wurfsportarten, ein Impingement-Syndrom, Risse der Rotatorenmanschette, Kalkdepots, seltener Gicht, Rheuma oder eine bakterielle Infektion.

  • Diagnose

    Gespräch und Untersuchung, Ultraschall, Röntgen und MRT. Bei Verdacht auf eine Infektion wird Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnommen und im Labor untersucht.

  • Behandlung

    Meist konservativ mit Medikamenten, Schonung, Kühlung und Physiotherapie. Bei anhaltenden Beschwerden arthroskopische Entfernung des Schleimbeutels.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutel sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die Reibung zwischen Knochen, Sehnen und Muskeln verringern. In der Schulter liegt ein großer Schleimbeutel zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette. Entzündet er sich, spricht man von einer Bursitis.

Bei der akuten Form setzen Schmerzen und Schwellung meist plötzlich und sehr heftig ein – innerhalb weniger Stunden oder Tage. Bei der chronischen Form entwickeln sich die Beschwerden schleichend über Wochen oder Monate oder kehren immer wieder. Eine akute Entzündung kann chronisch werden, wenn die Ursache nicht behoben wird.

Bei Fieber, Rötung und Überwärmung: bitte rasch vorstellen

Eine bakterielle Entzündung des Schleimbeutels ist ein Notfall. Treten neben den Schmerzen Fieber, eine deutliche Rötung oder Überwärmung der Schulter auf, lassen Sie sich bitte umgehend untersuchen – telefonisch erreichen Sie uns unter 089 95453810.

Ausführliche Informationen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Ursachen, Beschwerden, Diagnose, Behandlung und Nachbehandlung.

Ursachen

Hauptursache ist eine mechanische Überlastung der Schulter. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die beruflich viel über Kopf arbeiten, und Sportlerinnen und Sportler in Ball- und Wurfsportarten wie Handball, Tennis oder Badminton.

Häufig ist die Entzündung Folge einer anderen Schultererkrankung:

Seltener lösen Gicht, rheumatoide Arthritis oder Tuberkulose eine Schleimbeutelentzündung aus. Auch Verletzungen, bei denen Schmutz oder Fremdkörper in die Schulter gelangen, können zu einer – dann oft bakteriellen – Entzündung führen.

Beschwerden

Eine Schleimbeutelentzündung verursacht starke Schmerzen im Schulterbereich – bei Bewegung, häufig aber auch in Ruhe. Die Schmerzen schränken die Beweglichkeit ein; oft lässt sich der Arm nicht mehr seitlich anheben.

Äußerlich können Schwellung und Rötung sichtbar sein, die Schulter fühlt sich warm an und ist druckempfindlich. Gelegentlich kommt Fieber hinzu – dann ist eine rasche ärztliche Abklärung wichtig.

Diagnose

Wir fragen nach Beruf, Sport und dem Verlauf der Schmerzen, tasten die Schulter ab und prüfen ihre Beweglichkeit. Bildgebende Verfahren bestätigen die Diagnose und helfen, die Ursache zu finden: Im Ultraschall lässt sich die Schulter in Bewegung beurteilen, die MRT zeigt Schäden an den Weichteilen, das Röntgenbild Veränderungen an den Knochen.

Bei Verdacht auf eine Infektion entnehmen wir mit einer Punktion Flüssigkeit aus dem entzündeten Schleimbeutel. Die Laboruntersuchung zeigt, ob Bakterien die Entzündung verursachen.

Konservative Behandlung

In der Regel behandeln wir eine Schleimbeutelentzündung zunächst ohne Operation. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente lindern die akuten Beschwerden; die Schulter sollte vorübergehend geschont, gekühlt und ruhiggestellt werden. Oft klingen die Symptome dadurch bereits ab.

Bei einem chronischen Verlauf kommen manuelle Therapie und Stoßwellentherapie hinzu. Physiotherapeutische Übungen erhalten die Beweglichkeit und kräftigen die Muskulatur. Eine bakterielle Entzündung wird mit einem Antibiotikum behandelt.

Operation

Bringt die konservative Behandlung keine ausreichende Besserung, entfernen wir den entzündeten Schleimbeutel arthroskopisch in einer sogenannten Schlüsselloch-Operation (Bursektomie). Dabei können wir das Gelenk von innen beurteilen und die Ursache gleich mitbehandeln – etwa Kalkdepots an der Supraspinatussehne entfernen oder Knochensporne am Schulterdach abtragen und glätten.

Bei starker Rötung, Schwellung, Überwärmung und Fieber muss die Schulter rasch arthroskopiert werden. Wir entnehmen Proben für die Bakterienuntersuchung, spülen das Gelenk gründlich und entfernen die entzündete Gelenkinnenhaut und den Schleimbeutel. Anschließend folgt eine Antibiotikatherapie.

Nachbehandlung

Nach der Entfernung bildet der Körper rasch neues Gewebe, das die Aufgabe des Schleimbeutels übernimmt. Die Schulter darf direkt nach dem Eingriff wieder bewegt werden; die Belastung steigern wir entsprechend dem Heilungsverlauf. Die Fäden werden nach etwa zehn Tagen entfernt. Die entzündungsbedingten Schmerzen bessern sich nach der Operation in der Regel rasch.

Nach einer eitrigen Entzündung wird der Arm in einem Abduktionskissen ruhiggestellt, bis das Fieber abgeklungen ist. In dieser Zeit behandelt die Physiotherapie nur die angrenzenden Gelenke und das Schulterblatt, nicht die Schulter selbst; Lymphdrainage ist nicht erlaubt. Erst wenn Sie fieber- und schmerzfrei sind, beginnt die Physiotherapie der Schulter.

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Buchen Sie Ihren Termin rund um die Uhr online über Doctolib. Bei akuten Beschwerden sind kurzfristige Termine nach Verfügbarkeit möglich.

Prof. Dr. med. Peter Habermeyer und Prof. Dr. med. Gunther Sandmann